Fachbereich Musiktheater

Musiktheater

Musiktheater wird im Wahlbereich der Beobachtungsstufe unterrichtet, es gibt also jeweils einen Musiktheaterkursus der 5. und einen, manchmal sogar zwei Kurse der 6. Klassen.

Wir haben an unserer Schule ein besonderes Konzept für dieses Fach. Die Arbeit beginnt nicht damit, dass gleich zu Anfang eine Stückvorlage gesucht wird, dass Rollen verteilt, Texte und Lieder auswendig gelernt und geprobt werden. Unser Musiktheaterkonzept orientiert sich an didaktischen und methodischen Herangehensweisen des Faches Darstellendes Spiel. Der Unterricht ist folgendermaßen aufgebaut:

Werkstattphase

Gruppenspiele und -übungen in unterschiedlichsten Konstellationen dienen dem Kennenlernen untereinander. Jeder soll mit jedem spielen können. Und: Jeder ist wichtig. Wie gut dass die Menschen so unterschiedlich sind, wie langweilig wäre sonst Theater! Akzeptanz und Toleranz werden gleichermaßen erwartet wie gefördert. Dieses spielerische Miteinander wird verknüpft mit der Einführung in grundlegende Techniken des Theaters wie Spiel mit dem Licht, Ausnutzung des Bühnenraums, Spiel mit Requisiten, Pantomime, Schattenspiel usw..

Erste Vertiefungsphase

Die angesprochenen Bereiche werden trainiert, wobei besonderer Wert auf die Ausbildung der Körpersprache, der Atmung, der Sprech- und Singstimme und der rhythmischen Reaktion gelegt wird.

Zweite Vertiefungsphase und Stückfindung

Die Gruppe erarbeitet Miniaturszenen mit musikalischen Anteilen sowie Tänze. Es wird viel improvisiert. Dabei bildet sich oft ein Thema heraus, eine Idee für ein Stück.

Das Stück entsteht

Hier gibt es drei Möglichkeiten:

  • Eigenproduktion der Schüler. Der Lehrer ist ständiger Ansprechpartner und Berater.
  • Eine Stückvorlage wird gefunden und der Gruppe angepasst.
  • Vom Spielleiter selbst wird ein Stück entworfen, auf die Gruppe zugeschnitten und mit passender Musik versehen.

Die Proben sind ziemlich offen. Das Stück entsteht nach und nach. Spielvorschläge der Mitwirkenden werden einbezogen. Soli werden eingebaut für Kinder mit schönen Stimmen. Choranteile kommen hinein, Tänze werden entwickelt. Instrumente, die in der Gruppe vorhanden sind, können einbezogen werden. So haben alle am Schluss das Gefühl, eine gemeinsame Arbeit geleistet zu haben.

Bei der Rollenverteilung wird oft lange noch getauscht und ausprobiert. So kann einer vom anderen lernen. Idealerweise empfinden irgendwann alle Mitspieler die Besetzung als die beste aller möglichen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass es auf jeden Einzelnen ankommt, dass es sich um ein Gefüge handelt, das sogleich empfindlich gestört wird, wenn jemand nicht reagiert oder fehlt. Darum sind vor allem Verlässlichkeit und Verantwortungsgefühl gefordert.

Aufführung

Das ganze Gefüge muss stimmen. Jeder arbeitet jedem zu. Plötzlich geschieht alles ohne Unterbrechung. Denn, das muss zugegeben werden: Eine richtige Generalprobe ist im Schultheaterbetrieb fast nie zu schaffen. Immer ist noch etwas nachzubessern. Unterbrechungen des Spielleiters setzen im Spannungsbogen Zäsuren. Man ist an Ausruhzeiten gewöhnt. Nun geht es in einem Flug durchs Stück hindurch. Ein tolles Gefühl! Wie das Leben.

Musiktheater
Musiktheater

Interessierten Kollegen ist die Möglichkeit gegeben, sich über dieses Musiktheaterkonzept ausführlich zu informieren:

  • durch Hospitationen: Unterrichtszeiten der aktuellen Kurse: Musiktheater 5: dienstags, 12.15 - 14.00 Uhr Musiktheater 6: montags, 7.50 - 9.20 Uhr
  • durch eine Fortbildungsveranstaltung und eigenes Ausprobieren: Dies ist allerdings nur sinnvoll wenn sich genügend Teilnehmer anmelden. Erst dann wird auch ein Termin festgesetzt.

Bei Interesse wenden Sie sich gerne per E-Mail an marlies.bardeli@web.de

Marlies Bardeli, Spielleiterin der aktuellen Kurse